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Hochschulpräsident Rainer Grieger verlässt die Hochschule der Polizei

 

„Für Wunder muss man beten, für Veränderungen aber arbeiten.“
 (Thomas von Aquin)

Es sieht nach einem Rekord aus: Wer sich auf die Suche macht nach Präsidentinnen und Präsidenten von Polizeihochschulen, muss lange suchen, um Beispiele für Amtszeiten zu finden, die länger sind: 17 Jahre lang war Rainer Grieger Präsident der damaligen Fachhochschule und späteren Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg. Kann man da von einer Ära sprechen? Sicherlich! Zumal der Begriff der „Ära“ nicht nur an der Zahl der Jahre hängt, sondern auch an der Wirkung, die jemand hinterlässt. Und jetzt geht die „Ära Grieger“ an der Hochschule der Polizei des Landes Brandenburg zu Ende.

Länger als unsere Bundeskanzlerin war er im Amt – das will schon etwas heißen. Seit dem Jahr 2004 hat er die Bildungslandschaft der brandenburgischen Polizei maßgeblich geprägt und die Hochschule zu dem gemacht, was sie heute ist: eine moderne, weltoffene, leistungsstarke und höchsten Qualitätsansprüchen verpflichtete Bildungseinrichtung unserer Polizei.

Die letzten 17 Jahre waren vor allem durch Veränderungen geprägt, angefangen mit dem Wechsel des Hochschulstandortes, den Rainer Grieger im Jahr 2006 begleitete. Dieser Umzug von Basdorf nach Oranienburg war kein gewöhnlicher, denn auf eine Liegenschaft zu ziehen, auf der noch 60 Jahre vorher die SS die Wachmannschaften ihrer Konzentrationslager ausbildete, erforderte ein besonderes Maß an historischer und politischer Sensibilität. Rainer Grieger wurde nicht müde, die besondere Verantwortung hervorzuheben, die aus dieser Geschichte erwuchs, und so war es auch nur folgerichtig, dass sich die Fachhochschule unter seiner Leitung sehr intensiv sowohl mit der Geschichte der deutschen Polizei als auch mit dem Ausbau der internationalen Beziehungen beschäftigte.

Auch legte Grieger stets großen Wert darauf, dass gerade die problematische Geschichte dieses Standortes zu einer ständigen Verpflichtung wurde, Haltung zu zeigen, wo immer die Menschenwürde in Gefahr geraten könnte. Denn wo, wenn nicht an diesem Ort, könnten angehende Polizeibeamtinnen und -beamte besser lernen, welche Folgen es hat, wenn der staatlichen Exekutive die Verpflichtung zum Schutz der Menschenwürde abhandenkommt?

Die 17 Jahre der „Ära Grieger“ waren ohne Zweifel Jahre der Veränderung und sein Wirken zeigt sich vor allem auch in der stetigen Weiterentwicklung der Inhalte, der Programme und der Strukturen. Ein wichtiger Bestandteil und Herzensprojekt ist dabei der im Haus gerne als „K-Master“ bezeichnete Masterstudiengang Kriminalistik. Nach Jahren intensiver Vorbereitung ging er im Oktober 2020 an den Start – ein Programm, das in dieser Form einzigartig ist in Deutschland und eine Bereicherung für das Bildungsangebot aller Polizeien der Länder und des Bundes.

Eine ebenfalls bedeutsame Leistung bestand in der Bewältigung der stetig anwachsenden Einstellungszahlen. Das Gelände in Oranienburg war ursprünglich für maximal 280 Einstellungen pro Jahr konzipiert, zum Zeitpunkt des Umzugs nach Oranienburg umfasste der Lehrkörper ungefähr ein Viertel des jetzigen Bestandes, und der Bereich Fortbildung war wegen der damals noch bestehenden Fortbildungszuständigkeit der Schutzbereiche nur ein Bruchteil dessen, was der Bereich Weiterbildung heute darstellt. Inzwischen werden in jedem Jahr 400 neue Anwärterinnen und Anwärter begrüßt und qualitativ hochwertig ausgebildet, das Weiterbildungsangebot wurde erheblich ausgeweitet, und die hierfür erforderlichen Personalstellen kompetent besetzt.

All das sind Meilensteine der Hochschule der Polizei und damit sind nur einige wenige Aspekte genannt, die die „Ära Grieger“ geprägt haben. Diese Ära geht nun zwar zu Ende, doch es bleibt das Ziel der Hochschule, das Angefangene fortzuführen und weiterhin für Veränderung zu stehen, wie es Rainer Grieger als Hochschulpräsident vorgemacht hat.

Wir wünschen Ihnen, Herr Grieger, alles Gute auf dem neuen Weg und in Ihrer neuen Funktion als Abteilungsleiter 1. Viel Erfolg und Freude bei der neuen Tätigkeit im Ministerium für Inneres und Kommunales, und behalten Sie uns in ebenso guter Erinnerung wie wir Sie!
Ihre #HPolBB

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